Das Problem
der sogenannten „Überpopulation“
Überpopulation
– ein tolles Wort und sooft ein Freibrief für manch einen
Jäger. Doch haben gerade viele dieser Herrschaften dieses Problem
mit zu verantworten! Aber auch hier sei etwas Vorsicht geboten,
denn Jäger ist nicht gleich Jäger!
Die Jagd als Sport oder als Nahrungsbeschaffungsmaßnahme zu
betreiben ist schlichtweg unsinnig und längst überholt.
Doch ich möchte hier nicht das fragwürdige Thema Jagd
ausarbeiten und möchte wieder zum eigentlichen Thema zurückfinden
– die Überpopulation.
In manchen Regionen ist es in Mode gekommen, dass die Jägerschaft
ganzjährig Wildschweine anfüttert. Diese „Kirrung“
bewirkt dass die natürliche Auslese entfällt und schwache
Tiere überleben. So kommen oftmals alle Frischlinge über
ihren ersten Winter, was im Falle des Nichteingreifens des Menschen
kaum geschehen würde.
Hintergedanke der Kirrung ist nicht, schwachen Tieren das Überleben
zu ermöglichen, sondern dass es „immer ordentlich was
zu jagen gibt“ (Zitat eines Hobbyjägers). Mit der im
vorangegangenen Text beschriebenen Lockfütterung hat dies ganz
und gar nichts zu tun, und ist auch oft von den zuständigen
Forstbehörden ganz und gar nicht gerne gesehen.
Hobbyjäger können an sogenannten Treibjagden gegen eine
Gebühr teilnehmen. Leider scheint gerade bei diesen Hobbyjägern
ein großes Defizit in punkto Ausbildung und Wissen zu existieren.
Nur allzu oft wird bei Anblick des ersten Wildschweins gleich drauf
los geschossen. Ganz gleich ob Bache, Keiler, Überläufer
oder Frischling!
Wird eine Leitbache geschossen, so hat dies aber für die Rotte
verheerende Folgen!
Die Rotte ist nun ohne Führung und bis sich eine neue Leitbach
ihren Platz erkämpft hat, dauert es einiges an Zeit. So kann
es durch das Fehlen der Leitbache dazu kommen, dass die Bachen mehrmals
im Jahr frischen, denn die Leitbache kontrollierte ja, wer sich
fortpflanzen darf und wann dies geschieht.
In manchen Gegenden geht es sogar soweit, dass sogenannte „Herodes-Prämien“
auf erlegte Frischlinge ausgesetzt werden! Auch dies hat zur Folge,
dass Bachen vor lauter Angst um ihre Art mehrmals pro Jahr frischen.
Grotesker weise wird diese Tatsache nicht einmal abgestritten, sondern
sogar in der einschlägigen Literatur ausführlich beschrieben
und man ist sich dessen vollends bewusst!
Die veränderten Lebensbedingungen durch unsere Monokulturen
tun ihr übriges hinzu, denn noch nie war das Nahrungsangebot
für Wildschweine so reichlich wie in unserer modernen Zeit.
Natürliche Feinde hat das Wildschwein kaum noch! Ein Fuchs
macht vielleicht Jagd auf einen Frischling, aber einem ausgewachsenen
Wildschwein ist er nicht gewachsen. Dazu bedarf es eher einem Luchs,
Wolf oder Bären und die haben wir bzw. die Jägerschaft
nahezu ausgerottet.
Eine Ansiedlung dieser Tierarten ist auch nicht so ohne weiteres
möglich und würde wiederum Probleme nach sich ziehen,
spätestens dann, wenn der erste Wolf in einem Garten auftaucht
und das Märchen vom "bösen Wolf" wieder die
Runde macht.
Das
wohl größte Problem ist, dass es bis auf wenige Ausnahmen
kaum noch große zusammenhängende Waldflächen in
Europa gibt, die ein Ansiedeln solcher Tierarten möglich machen
würden.
Fazit ist, das dies ein von uns Menschen verursachtes Problem ist
und man sollte nie vergessen, dass das Schwarzwild eine wertvolle,
einheimische Wildtierart ist, die es nicht zu bekämpfen, sondern
dass sie zu erhalten gilt! |
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